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2004-01-12 10:24:08 +00:00

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<title>Ein anderes Aufgaben-Modul - &Uuml;berblick</title>
</head>
<body>
<div style="margin-left: 40px;"> "Beurteilungen sind der einflu&szlig;reichste Hebel, mit dem Lehrer
die Bearbeitungsweise von Kursen und das Lernverhalten der Teilnehmer/innen beeinflu&szlig;en k&ouml;nnen."<br>
</div>
<br>
<div style="text-align: right; margin-left: 80px;"><small> von Graham
Gibbs, "Using Assessment Strategically to Change the Way Students Learn"
in "Asessment Matter in Higher Education, herausgegeben von Sally Brown und
Angela Glasner, OU Press, 1999</small><br>
</div>
<br>
<h3>&Uuml;berblick</h3>
Dieses neue Modul erm&ouml;glicht es Lehrern, eine kontrollierte Aufgabenstellung einzurichten,
die die Teilnehmer/innen ermuntert, kritisch mit ihren eigenen Arbeitsergebnissen und denen der anderen Teilnehmer/innen umzugehen. In der Standardanwendung dieses Moduls beginnt man mit der Vorbereitungsphase und der Festlegung von Beurteilungskriterien. Diese ergeben sich aus der Beurteilungsstrategie des Lehrers. Vier verschiedene Strategien k&ouml;nnen angewandt werden:<br>
<ol>
<li><b>Keine Bewertung:</b> Bei dieser Form der Aufgabenstellung erfolgt keine quantitative Benotung durch die Teilnehmer/innen. Sie kommentieren die vorgelegten Antworten der anderen Teilnehmer/innen, vergeben jedoch keine Noten. Der Lehrer kann - sofern er dies will - die Kommentare der Teilnehmer/innen bewerten.
Solche "bewerteten Kommentare" k&ouml;nnen eine Grundlage f&uuml;r die Benotung der Teilnehmerleistungen sein.
Wenn der Lehrer die bearbeiteten Aufgaben nicht benotet kann auch keine Gesamtnote erstellt werden. </li>
<li><b>Zusammengefasste Bewertung:</b> Dies ist die Grundeinstellung dedes Moduls.
Bei dieser Aufgabenstellung setzt sich jede einzelne Bewertung aus einer Reihe von "Beurteilungselementen" zusammen. Jedes Element sollte einen teilaspekt der Gesamtaufgabenstellung abdecken. Die meisten Aufgabenstellungen werden zwischen 5 und 15 Einzelelmente bewerten und kommentieren. Die genaue Zahl wird immer abh&auml;ngig sein vom Umfang und der Komplexit&auml;t der Aufgabenstellung. Eine Peer-Aufgabe mit nur einem Element ist m&ouml;glich und verfolgt dann eine &auml;hnliche Beurteilungsstrategie wie das Standard-Moodle-Modul 'Assignment'.</li>
<li><b>Zusammenfassende Fehlerbewertung:</b> Bei dieser Bewertungsstrategie werden die Arbeiten auf der Grundlage einer Reihe von Ja/Nein-Kriterien bewertet. Die Gesamtbeurteilung ergibt sich aus einer "Notentabelle ", die die Relation zwischen "Fehlern" und richtigen Antworten verdeutlicht. Bei einer Aufgabenstellung bei der sechs Kriterien erf&uuml;llt sein m&uuml;ssen, um eine optimale Note zu erzielen, zeigt die Notentabelle, welche Note erzielt wird wenn alle Kriterien erf&uuml;llt sind, wenn ein Kriterium fehlt, wenn zwei Kriterien fehlen usw.</li>
<li><b>Kriterienbewertung:</b> Dies ist die einfachste Form, eine Beurteilung vorzunehmen, aber nicht unbedingt einfach einzurichten.
Die eingereichten Arbeiten werden anhand einer Reihe von Bewertungskategorien bewertet. Der Bewerter pr&uuml;ft, welche dieser Aussagen am beste auf die Arbeit zutrifft. (z.B. 'entwickelt eigene Ideen' 'hat das Vorgehensprinzip verstanden'. Die Note
ergibt sich aus einer "Kriterientabelle" f&uuml;r jede Note. </li>
</ol>
Zun&auml;chst nimmt der Lehrer eine kleine Anzahl von Arbeiten. (vielleicht 5 oder 10). Diese k&ouml;nenn von fr&uuml;heren Gruppen genommen werden und sollten gute und schwache Arbeiten umfassen.<br>
<br>
Dann beurteilt er diese Arbeiten unter Verwendung des "Notenformulars", das er f&uuml;r diese Arbeit erstellt hat. Diese Bewertung des Lehrers sind eine Orientierungshilfe f&uuml;r die Teilnehmer/inen wenn sie mit ihrer Arbeit beginnen.<br>
<br>
Mit diesen drei Vorbereitungsschritten (Beurteilungselemente (und evtl. einer Notentabelle), den Beispiell&ouml;sungen und den Musteraufgaben) kann die Beurteilung f&uuml;r die Teilnehmer/innen gestartet werden. Die Teilnehmer/innen sollten nun zuerst die Musteraufgaben einsch&auml;tzen. Wenn der Lehrer diese durchgesehen hat und mit den Resultaten zufrieden ist, kann er denn&auml;chsten Schritt frei geben. Der Lehrer kann nun die Teilnehmer/innen bitten, diese Musterl&ouml;sungen einzusch&auml;tzen. Dies sollte leicht fallen, wenn die Teilnehmer/innen die Anforderungen der Aufgabenstellung begriffen haben. Dieser Schritt dient insbesondere dazu, dass schw&auml;chere Teilnehmer/innen die Aufgabenstellungen und Herausforderungen besser verstehen und nachvollziehen k&ouml;nnen.<br>
<br>
Am Ende dieser Phase sollten alle Teilnehmer/innen verstanden haben, worum es bei der Aufgabenstellung geht und wie sie gel&ouml;st werden kann. Dazu bedarf es keines einheitlichen Zeitpunkts. Jeder kann diesen Punkt unabh&auml;ngig vom Lernfortschritt anderer erreichen. Der Lehrer kann sich nun zur&uuml;cklehnen und die weiteren Aufgabenstellungen bis zum definierten Endzeitpunkt ablaufen lassen.<br>
<br>
Das Modul, kann f&uuml;r eine einzelne Teilaufgabenstellung oder ein ganzes B&uuml;ndel von Pr&uuml;fungsaufgaben eingesetzt werden. Wenn die Teilnehmer/innen ihre Arbeit eingereicht haben, werden sie aufgefordert, die Arbeiten anderer Teilnehmer/innen einzusch&auml;tzen.
Ihre eigene Arbeit steht auch anderen Teilnehmer/inenn zur Verf&uuml;gung. Erst wenn sie selber eine Einsch&auml;tzung zu der Arbeit eines anderen Teilnehmers abgegeben haben, werden sie f&uuml;r die anderen Teilnehmer/innen sichtbar. Wenn die gew&auml;hlte Beurteilungsstrategie eine Beurteilung durch die Teilnehmer/innen zul&auml;sst, k&ouml;nnen die Autoren der jeweiligen Arbeit vor dem Hintergrund der Beurteilung ihrer Arbeit, eine &Uuml;berarbeitung anfertigen und erneut zu einer Bewertung bereitstellen. Diese Form der gegenseitigen Einsch&auml;tzungen kann bis zu einem definierten Endabgabezeitpunkt fortgesetzt werden.<br>
<br>
Der Lehrer hat nun verschiedene M&ouml;glichkeiten. Das Modul erm&ouml;glicht verschiedene Berechnungsformen der Endnote f&uuml;r die Teilnehmer/innen. Der Lehrer kann eine Kombination folgender Kriterien verwenden:<br>
<ol>
<li>Die Bewertung des Lehrers f&uuml;r die am Ende abgegebene Arbeit</li>
<li>Die durchschnittliche Bewertung der anderen Teilnehmer/innen f&uuml;r diese Arbeit</li>
<li>Die Leistung des Teilnehmers beim Bewerten anderer Arbeiten</li>
</ol>
Es ist klar, dass der Lehrer nach dem Abgabeschlu&szlig; die Arbeiten der Teilnehmer/innen bewerten mu&szlig;. Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Leistungen bei der gegenseitigen Bewertung der Sch&uuml;ler bei der Notenbildung zu ber&uuml;cksichtigen. Durch einen internen Vergleich kann dieses Kriterium jedoch in der Berechnung der Endnote ber&uuml;cksichtigt werden (Grad der realistischen Einsch&auml;tzung der Arbeit). Die gegenseitige Bewertung sollte jedoch nur dann ber&uuml;cksichtigt werden, wenn die Zahl der Bewertenden Teilnehmer/innen ausreichend hoch ist und eine angemessene Einsch&auml;tzung erfolgt. Zu kleine Bewertungszahlen k&ouml;nne zu Ergebnisverf&auml;lschungen f&uuml;hren. Die letzte Phase in der Arbeit in diesem Modulk besteht in der Bekanntgabe der Abschlu&szlig;noten an die Teilnehmner/innen.<br>
<br>
Dieses Modul verwendet in der Regel folgende Ablaufschritte:<br>
<ol>
<li>Einrichtung der Grundeinstellungen</li>
<li>Bearbeitung von Musteraufgaben durch die Teilnehmer/innen, Einsendung der eigenen Arbeiten und die gegenseitige Bewertung</li>
<li>Ermittlung der Abschlu&szlig;note</li>
<li>Bekanntgabe der Noten</li>
</ol>
Bei dr Bearbeitung mu&szlig; lediglich ein Endzeitpunkt zwiscehn Pahse 2 und 3 festgelegt werden. Die Teilnehmer/innen k&ouml;nnen sich ihre Zeit frei einteilen..<br>
<br>
<h3>Varianten</h3>
Die vorhergehende Darstellung stellt lediglich den Standardeinsatz des Moduls dar. Mit Hilfe des Moduls sind auch ganz andere Einsatzm&ouml;glichkeiten realisierbar. Eine Fallstudienartbeit kann z.B. durchgef&uuml;hrt werden indem der Lehrer eine Reihe von Szenarien bereitstellt, die von den Teilnehmer/innen eingesch&auml;tzt werden sollen. Die Teilnehmer/innen reichen dann keine eigenen Arbeiten ein. Der Lehrer beurteilt 'lediglich' die Kommentierungen der Teilnehmer/innen zu den verschiedenen Szenarien und verwendet sie zur Ermittlung der Abschlu&szlig;note.<br>
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Eine andere Einsatzm&ouml;glichkeit besteht in der Verk&uuml;rzung. Dabei werden keine Beispielaufgaben bereitgestellt. Die Teilnehmer/innen geben ihre Arbeiten ab und diese erden von anderen Teilnehmer/innen kommentiert. <br>
<br>
Es kann bei manchen Pr&uuml;fungen vorkommen, dass die Gefahr besteht, dass Teilnehmer/innen einfach Musterl&ouml;sungen f&uuml;r ihre eigene Arbeit kopieren. Dann sollten die Musteraufgaben so gestaltet sein, dass sie das L&ouml;sungsprinzip verdeutlichen, nicht aber direkt f&uuml;r die L&ouml;sung der Pr&uuml;fungsaufgaben verwandt werden k&ouml;nnen. Es ist sicher n&ouml;tig, den Arbeitsprozess sorgf&auml;ltig zu beobachten, da es vorkommen kann, dass den &Uuml;bungsaufgaben eine gr&ouml;&szlig;ere Aufmerksamkeit gewidmet wird und die Pr&uuml;fungsaufgaben nicht mehr so genau gelesen werden.<br>
<br>
Das Modul kann ebenfalls genutzt werden, damit die Teilnehmer/innen ihre eigene Arbeit einsch&auml;tzen. An die Stelle der Bewertung durch andere Teilnehmer/innen tritt dann die Selbstbewertung. Der Lehrer kann in der zweiten Phase von Phase 2 eine Bewertung der (Selbst-)Bewertug vornehmen und diese auch bei der abschlie&szlig;enden Bewertung ber&uuml;cksichtigen.<br>
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<h3>Schlu&szlig;bemerkung</h3>
Dieses Modul ist sehr flexibil durch seine einfachen Einstell- und Ablaufm&ouml;glichkeiten. W&auml;hrend der Bewertungsphase k&ouml;nnen die Teilnehmer/innen nicht in den weiteren Bewertungsprozess eingreifen. &nbsp;Wenn die Erfahrung der Teilnehmer/innen genutzt/herausgefordert werden soll, kann gezielt die Selbstbewertungsoption der Teilnehmner/innen genutzt werden. Eine technische Beschr&auml;nkung besteht darin, dass die Arbeiten als eine einzige Datei eingereicht werden m&uuml;ssen. Die Datei unterliegt einstellbaren Gr&ouml;&szlig;enbeschr&auml;nkungen. Nicht unterst&uuml;tzt werden Verlinkungen mit anderen externen Dateien.<br>
&nbsp;<br>
Original von Ray Kingdon <br>
April 2003<br>
<br>Die deutsche &Uuml;bersetzung erlaubt sich einige Freiheiten in der Anpassung. [Ralf Hilgenstock]
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</html>